Bava Batra 42

Kapitel 42

א מאי טעמא עבדת הכי אמר ליה דכתיב (דברים כה, יט) תמחה את זכר עמלק אמר ליה והא אנן זכר קרינן א"ל אנא זכר אקריון אזל שייליה לרביה אמר ליה היאך אקריתן אמר ליה זכר
1 Weshalb hast du dies getan? Dieser erwiderte: Es heißt:<i>du sollst auslöschen alles Männliche [zakhar] in Ámaleq</i>. Jener entgegnete: Wir lesen ja <i>zekher</i> [jede Erinnerung]! Dieser erwiderte: Mich hat man <i>zakhar</i> gelehrt: Hierauf ging er zu seinem Lehrer und fragte ihn, wie er ihn gelehrt habe, und dieser erwiderte <i>zakhar</i>.
ב שקל ספסירא למיקטליה אמר ליה אמאי א"ל דכתיב (ירמיהו מח, י) ארור עושה מלאכת ה' רמיה א"ל שבקיה לההוא גברא דליקום בארור א"ל כתיב (ירמיהו מח, י) וארור מונע חרבו מדם איכא דאמרי קטליה ואיכא דאמרי לא קטליה
2 Da zog er seinen Degen und wollte ihn töten. Dieser fragte: Weshalb dies? – Es heißt:<i>verflucht sei, wer das Werk des Herrn lässig ausführt</i>. Da sprach er: Laß mich den Fluch auf mich nehmen. Jener erwiderte: Es heißt:<i>und verflucht sei, wer seinem Schwerte das Blut vorenthält</i>. Hierauf tötete er ihn.
ג ואמר רבא מקרי ינוקא שתלא טבחא ואומנא וסופר מתא כולן כמותרין ועומדין נינהו כללא דמילתא כל פסידא דלא הדר מותרה ועומד הוא
3 Ferner sagte Raba: Ein Kinderlehrer, ein Pflanzer, ein Schlächter, ein Bader und ein städtischer Schreiber gelten stets als verwarnt. Die Regel hierbei ist: ist der Schaden nicht mehr gut zu machen, so gilt er als verwarnt.
ד אמר רב הונא האי בר מבואה דאוקי ריחיא ואתא בר מבואה חבריה וקמוקי גביה דינא הוא דמעכב עילויה דא"ל קא פסקת ליה לחיותי
4 R. Hona sagte: Wenn ein Anwohner der Durchgangsgasse eine Mühle aufgestellt hat und ein anderer in derselben Durchgangsgasse kommt und ebenfalls eine solche aufstellt, so hat jener das Recht, es ihm zu verwehren, denn er kann zu ihm sagen: du schneidest mir meinen Lebensunterhalt ab.
ה לימא מסייע ליה מרחיקים מצודת הדג מן הדג כמלא ריצת הדג וכמה אמר רבה בר רב הונא עד פרסה שאני דגים דיהבי סייארא
5 Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Man entferne das Fischnetz vom Fische so viel, als der Fisch entschlüpfen kann. – Wieviel ist dies? Rabba b. R. Hona erwiderte: Bis zu einer Parasange. – Anders verhält es sich bei Fischen, für die Schlingen ausgeworfen werden.
ו א"ל רבינא לרבא לימא רב הונא דאמר כרבי יהודה דתנן רבי יהודה אומר לא יחלק חנוני קליות ואגוזין לתינוקות מפני שמרגילן אצלו וחכמים מתירין
6 Rabina sprach zu Raba: Es wäre anzunehmen, daß R. Hona der Ansicht R. Jehudas ist, denn wir haben gelernt: R. Jehuda sagt, ein Krämer dürfe keine Rostähren und Nüsse an Kinder verteilen, weil er sie dadurch zu ihm zu kommen anlockt; die Weisen erlauben dies. –
ז אפילו תימא רבנן עד כאן לא פליגי רבנן עליה דרבי יהודה התם אלא דאמר ליה אנא קמפלגינא אמגוזי את פלוג שיוסקי אבל הכא אפילו רבנן מודו דא"ל קא פסקת ליה לחיותי
7 Du kannst auch sagen, daß er der Ansicht der Rabbanan ist, denn die Rabbanan streiten gegen R. Jehuda nur in jenem Falle, weil er zum anderen sagen kann: ich verteile Nüsse, verteile du Pflaumen, hierbei aber pflichten auch die Rabbanan bei, denn dieser kann sagen: du schneidest mir meinen Lebensunterhalt ab.
ח מיתיבי עושה אדם חנות בצד חנותו של חבירו ומרחץ בצד מרחצו של חבירו ואינו יכול למחות בידו מפני שיכול לומר לו אתה עושה בתוך שלך ואני עושה בתוך שלי
8 Man wandte ein: Jeder darf einen Laden neben dem Laden eines anderen oder eine Badeanstalt neben der Badeanstalt eines anderen eröffnen; dieser kann es ihm nicht verbieten, denn jener kann zu ihm sagen: du tust dies auf deinem Gebiete und ich tue es auf meinem Gebiete!? –
ט תנאי היא דתניא כופין בני מבואות זה את זה שלא להושיב ביניהן לא חייט ולא בורסקי ולא מלמד תינוקות ולא אחד מבני בעלי אומניות ולשכנו אינו כופיהו רשב"ג אומר אף לשכנו כופיהו
9 Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Die Anwohner der Durchgangsgasse können einander zwingen, keinen Schneider, keinen Gerber und keinen anderen Handwerker sich in ihrer Mitte niederlassen zu lassen; seinem Nachbar aber kann man es nicht verwehren. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, jeder könne es auch seinem Nachbar verwehren.
י אמר רב הונא בריה דרב יהושע פשיטא לי בר מתא אבר מתא אחריתי מצי מעכב ואי שייך בכרגא דהכא לא מצי מעכב בר מבואה אבר מבואה דנפשיה לא מצי מעכב
10 R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte: Entschieden ist es mir, daß ein Einwohner der Stadt einem aus einer anderen Stadt es verwehren könne, und daß, wenn dieser hinsichtlich der Kopfsteuer zu dieser gehört, er es ihm nicht verwehren könne; und daß ferner ein Bewohner der Durchgangsgasse einem Bewohner derselben Durchgangsgasse es nicht verwehren könne.
יא בעי רב הונא בריה דרב יהושע בר מבואה אבר מבואה אחרינא מאי תיקו אמר רב יוסף ומודי רב הונא במקרי דרדקי דלא מצי מעכב דאמר מר (עזרא תיקן להן לישראל שיהו מושיבין סופר בצד סופר
11 Aber folgendes fragte R. Hona: Kann ein Bewohner dieser Durchgangsgasse es einem Bewohner einer anderen Durchgangsgasse verwehren? – Dies bleibt unentschieden. R. Joseph sagte: R. Hona pflichtet jedoch bei, daß man es einem Kinderlehrer nicht verwehren könne, denn der Meister sagte: E͑zra ordnete in Jisraél an, daß man einen Lehrer neben einem Lehrer setze. –
יב וניחוש דילמא אתי לאיתרשולי אמר ליה)
12 Es ist ja zu befürchten, er könnte lässig werden!? Man erwiderte: